Schwarzwasser (Hörbuch)

von Andreas Föhr
gelesen von Michael Schwarzmaier
Argon Hörbuch
2017
ca. 7 Stunden

PLOT

Polizeiobermeister Kreuthner möchte eigentlich nur mit ein bisschen Spaß mit der ortsansässigen Friseurin, und weil die eigene Bude unvorzeigbar ist, fährt er mit ihr zur Wartberg-Villa, die er leer vermutet. Die romantische Stimmung ist bald verflogen, als beide die Leiche des Hausbesitzers finden, und dazu die volltrunkene Lara Evers, die sich nicht an die Tat erinnern kann. Zuerst gesteht sie dennoch bei der Vernehmung durch Kommissar Wallner, doch Kreuthner will nicht glauben, dass sie die Mörderin ist, obwohl sie mit der Tatwaffe auf ihn zielte…

KOMMENTAR

Die Ermittlungen nehmen schnell Fahrt auf und die lebendige, angenehme Lesart von Micheal Schwarzwasser trägt dazu bei, dass man leicht in die Geschichte hineinfindet.

Das Setting im tief-bayerischen Mangfalltal ist gut gewählt – eine urige Dorfkneipe, sympathische Dialektsprecher, und ein durchtriebenen Polizeiobermeister, der nicht ganz gesetzestreu ist.

Leuthner und sein Chef Wallner tragen deshalb den einen oder anderen Grabenkrieg aus, auch scheinen sich die anderen Polizisten ganz grün zu sein, was ich etwas seltsam fand.

Wallners Opa Manfred, der zu Beginn im Sensenmannkostüm auftaucht, ist dagegen eine echte Nummer. Eine ganz andere Nummer allerdings ist die schiere Anzahl der Personen, die auf- und dann wieder abtaucht, Namen wechselt, wieder verschwindet… Für ein Hörbuch war es gelegentlich etwas zu viel; ich denke, die ganzen Charaktere sind in einem gedruckten Roman, wie er ja auch die Grundlage für diese Vertonung bildet, einfacher im Auge zu behalten, da man nachblättern kann.

Die Erklärung für den Titel fiel für mich wenig spannend aus, da er zuerst vielversprechend klang, dann aber doch für etwas recht banales steht, das auch keinen wirklich herausragenden Beitrag zur Handlung liefert.

Die Auflösung des Krimis ist gelungen, alle zuvor aufgekommenen Irrungen und Wirrungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart werden zufriedenstellend gelöst. Das eigentliche Ende jedoch wirkte auf mich unnötig und nachgeschoben – ich hätte eine offenes Ende bevorzugt, nicht zuletzt, weil ich fiktiven schlechten Personen ab und zu auch etwas fiktives Gutes gönne.

Trotz der angemerkten Punkte habe ich mich allerdings nie schlecht unterhalten gefühlt, auch gab es keine Stellen, an denen sich etwas zu sehr in die Länge gezogen hat, sondern die Handlung ging in flottem Tempo voran, immer dem Mörder hinterher.

FAZIT

Ein guter Krimi; liefert alles, was Regionalkrimi-Fans mögen, und ‚a scheane Leich‘ gibts am Ende auch. Hörenswert!

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