Good as gone (Hörbuch)

von Amy Gentry
gelesen von Anna Thalbach und Nellie Thalbach
Der Hörbuchverlag
2016
ca. 7h 31min

Plot
Julie, die als dreizehnjähriges Mädchen aus dem Haus ihrer Eltern entführt wurde, steht mit 21 plötzlich vor der Haustür. Die Eltern, Anna und Tom, sowie die jüngere Schwester Jane sind fassungslos – hat sich doch ihr Leben seit Julies Verschwinden doch nur um sie und die Leere, die sie hinterlassen hat, gedreht. Anna lässt sich nur zögerlich auf Julie ein, scheint auch verschlossen gegenüber Jane, die lieber zurück ans College geht als es bei der wiedervereinten Familie auszuhalten. Als Anna von einem Detektiv kontaktiert wird, der nach der Entführung als Polizist bei den Ermittlungen dabei war, kommen ihr erste Zweifel, ob Julie wirklich ihre Tochter ist.

Kommentar

Anna und Nellie Thalbach tragen das Hörbuch in einer Weise vor, die es den Zuhörern einfach macht, ins Geschehen einzutauchen. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass Kapitelanfänge noch in irgendeiner Weise akustisch gekennzeichnet gewesen wären, weil die Stimmen der beiden z.T. recht ähnlich waren. Ansonsten haben sie mir stimmlich gefallen, besonders Anna Thalbach, deren Stimme auch etwas Kantiges, leicht Raues hat, was den Inhalt des Romans passend ergänzt hat.

Das Buch beginnt etwas langatmig mit der Situation der Familie, die auch nach Jahren noch nicht mit dem Umstand, ein Kind verloren zu haben, zurecht kommt, sondern lieber in kaputten emotionalen Verhältnissen zueinander dahinvegetiert, unter denen die zweite Tochter leiden muss, statt dass die Fronten geklärt werden. Die Rückkehr von Julie heilt die Familie nicht etwa, sondern treibt noch zusätzliche Keile zwischen Anna, Tom und Jane. Das führt dazu, dass sich die drei noch weiter von einander entfernen – in Janes Fall sogar wortwörtlich – was der Spannung meinem Empfinden nach leider Abbruch getan hat.
Die Handlung konzentriert sich nun auf Anna und zunehmend kommen Julie und die Geheimnisse, die sie in sich birgt, zu Wort, so dass Annas Vermutungen über die heimgekehrte Tochter und vielleicht Hochstaplerin mehr Dimension verliehen wird. Auch diese Gegenüberstellung von Annas und Julies Wahrnehmung der Situation bzw. die Rückblicke, die die Gegenwart erklären sollen, sind für meinen Geschmack wieder langatmig geraten, so dass das anfängliche Rätsel um Julie in Sachen Spannung nicht wirklich Fahrt aufnimmt, sondern eher wie ein kleines Bächlein vor sich hinplätschert.

Fazit

„Das Debüt von Amy Gentry erfüllt alle Erwartungen an einen Spannungsroman“ preist das Innere der mp3-Hülle das Buch an – ich muss leider sagen, dass es zwar in Sachen zweifelhafte Personen, Mord, Kindesentführung, Detektivarbeit und Plottwists alle Kategorien abhandelt, aber eben keine davon herausragt. Das Hörbuch bietet siebeneinhalb Stunden Unterhaltung, aber das Luftanhalten vor Spannung bleibt leider aus.

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