Buchrezension: The Perfect

20160207_103004The Perfect
Patricia Schröder
2016
Coppenrath
Hardcover 17,95 €
410 Seiten

HANDLUNG

Der Chef eines Modeunternehmens, der geheimnisvolle Adam C. Oulay, ruft zu einem Casting auf: gesucht wird eine junge Frau, die seine Assistentin werden soll – und vielleicht noch mehr.

Jazz lässt sich von ihrer besten Freundin Leena, die sich unbedingt bewerben möchte und ihre große Chance auf eine Karriere in der Modebranche wittert, dazu überreden, am Casting teilzunehmen. Zu ihrer Überraschung wird Jazz zusammen mit Leena für die nächste Runde des Castings eingeladen. Abgeschottet von der Außenwelt und ihren Familien, zudem unter der Beobachtung von maskierten Männern, gilt es nun in Dreierteams, die aus einer Favourit und zwei Servants bestehen, eine Modedesign- und Laufsteg-Challenge zu bewältigen, die jede der Kandidatinnen auf ungeahnte Weise herausfordert. Jazz wird Servant der zickigen Favourit Robyn, während Leena als Favourit ein eigenes Team bekommt. Bald schon wird klar, dass der Wettbewerb nicht nur die Freundschaft der beiden auf die Probe stellt, sondern auch gefährlich werden kann…

KOMMENTAR

Die selbstbewusste Jazz, die als Ich-Erzählerin das Casting schildert, war mir gleich von Anfang an sympathisch, und dieser Eindruck hat sich auch bis ans Ende des Buches gehalten. Ihre beste Freundin Leena hingegen wurde mir zunehmend unsympathischer: je weiter der Wettbewerb voranschritt, desto unfreundschaftlicher wurde sie gegenüber Jazz und hat sie nicht mehr an sich herangelassen. Auch als am Schluss neue Informationen über Leenas Aufwachsen hinzukamen, hat sich mein negatives Bild von ihr nicht geändert.

Jazz bewahrt einen kritischen Blick auf die Vorgänge im Castinghaus und hinterfragt die Handlungen der maskierten Männer und der anderen Personen, die die Dreierteams unterstützen sollen, ebenso wie die Motive des ziemlich lange unsichtbar bleibenden Adam C. Oulay. Durch Jazz‘ Wahrnehmung und Gedanken gelenkt hat das Buch ein hohes Tempo; man rätselt über Dinge und Personen, wie Jazz es tut und geht sogar in den eigenen Spekulationen noch weiter. Neue Dinge passieren Schlag auf Schlag und man kommt beim Lesen eigentlich kaum dazu, es aus der Hand zu legen, weil man sofort wissen möchte, was als nächstes geschieht.

Weniger gut fand ich die große Vorwegnahme über Leena gleich am Anfang des Buches. Als ich an der entsprechenden Stelle gelesen habe, was genau passiert, war es für mich eher ein Spoiler als dass sich für mich die Spannung erhöht hat.

Das Happy End fand ich zwar insgesamt gut, weil die Manipulierbarkeit von Menschen vorgeführt wurde, aber es war mir an einigen Stellen dann doch zu seicht und zu glatt. Eine etwas düsterer Abschluss hätte für mich mehr die Stimmung des gesamten Buches getroffen; aber das ist wohl Geschmacksache.

Wer die Selection-Reihe (bzw. auf deutsch Elite) von Kiera Cass gemocht hat, wird sich auch bei der Lektüre von The Perfect wohlfühlen. Die Atmosphäre ist angespannt und es kommt zu Streit und Eifersucht zwischen den Kandidatinnen, was zusammen mit dem Hintergrund der Modebranche einen Hauch von GNTM hinzubringt. Keine Sorge, so überdreht wie bei GNTM geht es nicht zu. Die Selection-Bücher haben mich dadurch, dass es eine Hinwendung zu politischen Dingen und Menschenrechten gab, etwas an die Mockingjay-Bücher erinnert. The Perfect würde ich dagegen eher in Richtung Thriller einordnen.

Dafür gibts von mir:

Sterne 4

 

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