Buch-Rezension: Der Glasmurmelsammler

20151204_090123Der Glasmurmelsammler
Cecilia Ahern
Fischer Verlage
2015
ca. 350 Seiten
Hardcover 19,99 €

INHALT

Fergus ist nach einem Schlaganfall im Pflegeheim. Sein Leben hat er zu großen Teilen vergessen. Als eine Lieferung Kisten für ihn auftaucht, entdeckt seine Tochter Sabrina eine Glasmurmelsammlung, von der niemand in der Familie etwas wusste, und die bei Fergus auch keine Erinnerungen weckt. Nach und nach kommt bei Sabrinas Nachforschungen ans Licht, dass Fergus jahrzehntelang ein Doppelleben führte, um seine Leidenschaft für das Murmelsammeln und -spielen vor seiner Familie geheim zu halten.

KOMMENTAR

Das Buch beginnt mit Fergus als Kind, der von einem netten Priester, der an seiner Schule unterrichtet, rote Glasmurmeln geschenkt bekommt. Zusammen mit seinen Brüdern spielt und sammelt er von nun an Murmeln, und taucht in die Welt illegaler Wettspiele, die natürlich auch Murmeln beinhalten, ein.

Während Fergus in seinen Kapiteln immer älter wird bis hin zum alten Mann im Pflegeheim, der den Großteil seines Lebens vergessen hat, spielen alle Kapitel seiner Tochter Sabrina in der Gegenwart und sind keine Lebensgeschichte, sondern eine Spurensuche nach der Vergangenheit ihres Vaters.

Die Sichtweise des jüngeren Fergus auf Details, die die erwachsene Sabrina enthüllen kann, verleihen dem Geschehen somit mehr Dimension – allerdings haben sie bei mir auch dazu geführt, dass ich von Fergus bald nur noch einen sehr schlechten Eindruck hatte: sexistisch, engstirnig, schämt sich für seine Familie, und bald schon nicht mehr mit sich selbst im Reinen.

Sabrinas Kapitel haben mir insgesamt besser gefallen, da sie den Teil des Buches ausgemacht haben, der die Geschichte vorangebracht hat. Fergus‘ Kapitel hingegen haben nach seiner Kindheit nur noch dazu gedient, Hintergrundinformationen einzuschieben, was ich doch sehr schade fand.

Das Ende des Buches bleibt offen, da Fergus‘ Erinnerungen nicht so zurückkehren, wie Sabrina es sich wünscht; auch die Lösung des Geheimnisses um die Glasmurmelsammlung war für meinen Geschmack etwas zu einfach gestrickt.

Insgesamt sorgt „Der Glasmurmelsammler“ jedoch für gute Unterhaltung, von Lachen bis Weinen wird alles geboten. Für das Zwischenmenschliche hat Cecilia Ahern wie immer in gutes Gespür. Letzteres habe ich bei den Übersetzern ins Deutsche leider etwas vermisst, gerade an den Stellen, an denen es um Namen und Fachbegriffe für Murmeln ging, oder um Wortspiele, die auf Murmeln Bezug nehmen.

Sterne 3,5

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